Fahrradreifen: Größe, Druck und Wechsel

Fahrradreifen gehören zu den wichtigsten Kontaktpunkten zwischen Rad und Straße. Trotzdem werden Größe, Luftdruck und Zustand oft erst beachtet, wenn Probleme auftreten. Zu niedriger Druck, falsche Reifendimension oder ein überfälliger Wechsel wirken sich direkt auf Sicherheit und Fahrverhalten aus.

Viele Unsicherheiten entstehen bei der Reifenbezeichnung oder beim passenden Luftdruck. Auch der Reifenwechsel wird häufig unnötig hinausgezögert. Dabei lässt sich mit wenigen Handgriffen viel verbessern.

Dieser Leitfaden zeigt dir strukturiert, wie du die richtige Reifengröße findest, den optimalen Druck einstellst und wann ein Wechsel sinnvoll ist.


Warum Fahrradreifen so entscheidend sind

Reifen beeinflussen Komfort, Rollwiderstand und Pannensicherheit gleichzeitig. Schon kleine Abweichungen beim Luftdruck verändern das Fahrgefühl deutlich.

Ein korrekt abgestimmter Reifen sorgt für:

• stabile Straßenlage
• geringeren Rollwiderstand
• bessere Pannensicherheit
• höheren Fahrkomfort
• präzises Lenkverhalten

Vernachlässigte Reifen führen häufig zu:

• schwammigem Fahrgefühl
• erhöhtem Kraftaufwand
• häufigeren Durchstichen
• schlechter Bremswirkung
• unruhigem Geradeauslauf


Reifengröße verstehen: Zahlen richtig lesen

Auf der Reifenflanke findest du die maßgeblichen Angaben. Üblich sind zwei Systeme.

ETRTO-System (empfohlen)

Beispiel: 47-622

• erste Zahl = Reifenbreite in Millimetern
• zweite Zahl = Felgendurchmesser in Millimetern
• international eindeutig
• wichtigste Referenz beim Nachkauf

Zollangaben (häufig zusätzlich)

Beispiel: 28 × 1.75

• weniger exakt
• historisch gewachsen
• kann je nach Hersteller variieren

Für einen sicheren Ersatz gilt: Orientiere dich immer primär an der ETRTO-Angabe.


Welche Reifengröße passt zu deinem Fahrrad?

Grundsätzlich muss der neue Reifen zur Felge und zum Rahmen passen.

Wichtige Prüfpunkte:

• Felgendurchmesser muss identisch sein
• Reifenbreite darf nicht am Rahmen schleifen
• ausreichend Platz zu Schutzblechen beachten
• Freigaben des Herstellers berücksichtigen

Typische Breiten nach Fahrradtyp:

• Rennrad: 25–32 mm
• Trekkingrad: 35–50 mm
• Citybike: 40–55 mm
• Mountainbike: 55–65 mm
• E-SUV: 60–70 mm

Breitere Reifen erhöhen Komfort und Grip, schmalere reduzieren den Rollwiderstand.


Optimaler Reifendruck: realistische Richtwerte

Der richtige Luftdruck hängt von mehreren Faktoren ab:

• Fahrergewicht
• Reifenbreite
• Untergrund
• Einsatzbereich
• E-Bike oder Bio-Bike

Typische Druckbereiche

Rennrad:

• 25 mm → ca. 6,0–7,5 Bar
• 28 mm → ca. 5,5–7,0 Bar

Trekking & City:

• 37–42 mm → ca. 3,5–5,0 Bar
• 47–50 mm → ca. 2,5–4,0 Bar

Mountainbike:

• 55–65 mm → ca. 1,8–2,5 Bar

Der genaue Maximaldruck steht immer auf der Reifenflanke.


Praxis: So stellst du den richtigen Druck ein

Eine Standpumpe mit Manometer liefert die zuverlässigsten Werte.

Vorgehen:

• Ventilkappe entfernen
• Pumpenkopf korrekt aufsetzen
• Druck langsam erhöhen
• Zielwert am Manometer prüfen
• Ventil schließen und Kappe aufsetzen

Kontrollintervalle:

• Alltagsrad: alle 2–4 Wochen
• sportliche Nutzung: wöchentlich
• Vor längeren Touren: immer prüfen

Reifen verlieren auch ohne sichtbare Schäden kontinuierlich Luft.


Reifenwechsel: Schritt-für-Schritt

Ein Reifenwechsel ist mit etwas Übung unkompliziert.

Vorbereitung:

• Rad ausbauen
• Luft vollständig ablassen
• Reifenheber bereitlegen

Demontage:

• Reifenwulst ins Felgenbett drücken
• Reifenheber ansetzen
• Reifen einseitig abheben
• Schlauch entnehmen

Montage:

• neuen Reifen einseitig aufziehen
• Schlauch leicht vorpumpen
• Schlauch einlegen
• zweite Reifenflanke aufziehen
• Sitz kontrollieren
• langsam aufpumpen

Nach dem Aufpumpen prüfen:

• Reifen sitzt gleichmäßig
• kein Schlauch eingeklemmt
• Laufrad dreht frei


Wann solltest du den Reifen wechseln?

Reifen verschleißen sich schleichend. Typische Warnzeichen solltest du ernst nehmen.

Austausch empfohlen bei:

• abgefahrenem Profil
• sichtbaren Rissen
• poröser Gummistruktur
• häufigen Pannen
• sichtbaren Gewebeeinlagen

Realistische Laufleistungen:

• Rennradreifen: 2.000–5.000 km
• Trekkingreifen: 4.000–8.000 km
• MTB-Reifen: 3.000–6.000 km

Bei E-Bikes kann der Verschleiß durch das höhere Gewicht schneller auftreten.


Typische Fehler im Umgang mit Fahrradreifen

In der Praxis treten immer wieder ähnliche Probleme auf.

Häufige Fehler:

• dauerhaft zu niedriger Luftdruck
• Orientierung nur an Zollangaben
• zu breiter Reifen für den Rahmen
• ungleichmäßiges Aufpumpen
• abgefahrene Reifen zu lange weiterfahren

Ein zu weicher Reifen erhöht das Risiko für Durchschläge deutlich. Besonders bei Bordsteinkanten ist das relevant.


Fazit

Fahrradreifen verdienen mehr Aufmerksamkeit, als sie oft bekommen. Die richtige Größe, ein passender Luftdruck und ein rechtzeitiger Wechsel verbessern Sicherheit und Fahrkomfort spürbar.

Mit klaren Prüfintervallen und etwas Routine lassen sich die meisten Probleme früh erkennen. So bleibt dein Fahrrad zuverlässig und effizient im Alltag und auf Tour.

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FAQs -Fahrradreifen verständlich erklärt

Wie finde ich die richtige Reifengröße?

Am zuverlässigsten über die ETRTO-Angabe auf der Reifenflanke.

Wie oft sollte man den Reifendruck prüfen?

Im Alltag etwa alle 2–4 Wochen, bei sportlicher Nutzung häufiger.

Kann ich breitere Reifen montieren?

Nur wenn Rahmen und Felge ausreichend Platz bieten und der Hersteller es freigibt.

Wann ist ein Fahrradreifen verschlissen?

Bei abgefahrenem Profil, Rissen oder häufigen Pannen.

Wie viel Bar braucht ein Trekkingrad?

Meist zwischen 2,5 und 5,0 bar, abhängig von Reifenbreite und Fahrergewicht.